Am 29. Mai 2016 wurden Gebäude und Grundstücke in den nordwestlichen Wohnbereichen von Tomerdingen von einem sogenannten Jahr-hunderthochwasser heimgesucht. Die Freiwillige Feuerwehr berichtete von 46 Einsatzstellen. Deshalb war es für die Freien Wähler wichtig, dass sich der Gemeinderat mit diesem Ereignis beschäftigt und nach Lösungen und Maßnahmen sucht, wie der Hochwasserschutz in Tomerdingen verbessert werden kann. Die Sorgen und Nöte der Bevölkerung müssen vom Gemeinderat und der Verwaltung ernst genommen werden, sagte der Fraktionsvorsitzende Herbert Jarosch, als er am 12. Oktober 2016 im Gemeinderat über den Antrag seiner Fraktion sprach.

Die am 29. Mai in Tomerdingen gemessene Niederschlagsmenge betrug 112 l/qm; landesweit der absolute Spitzenwert. Da es vorher schon viel Regen gab, konnte der durchnässte Boden die Regenmengen am 29. Mai nicht mehr aufnehmen und eventuell vorhandene Zisternen waren bereits vollgelaufen. Bauamts-leiter Frieder Braig schilderte die Sachlage und zeigte anhand eines Ortsplans und den vielen betroffenen Gebäude das Ausmaß des Unwetters. Einen Zusammenhang mit der neuen Bebauung am nördlichen Schraiberg lehnte Braig jedoch ab, da die meisten betroffenen Häuser nicht im Norden sondern am westlichen Ortsgebiet liegen. Als sehr problematisch bezeichnete es Braig, dass das gesamte Oberflächenwasser aus den nordwestlich gelegenen Außenbereichen und wegen der auf den Ort zulaufenden Topografie in das betroffene Gebiet hineingelaufen sei.

Ein großes Lob zollte Fraktionsvorsitzender H. Jarosch dem Leiter des Dornstadter Bauamts, der den Antrag der Freien Wähler sehr ernst genommen und das Tomerdinger Hochwasserereignis akribisch und penibel aufgearbeitet habe. Dies sei man den betroffenen Einwohnern auch schuldig gewesen.

Die vom Gemeinderat beschlossenen Maßnahmen wurden von allen drei Gemeinderatsfraktionen mitgetragen. Demnach sollen im Jahr 2017 die öffentlichen Kanäle in Tomerdingen mit einer fahrbaren Kamera auf Schaustellen und Engpässe untersucht werden (Kosten: 100.000 €).

Als weitere wichtige Maßnahme soll das Büro Wassermüller im Rahmen einer Masterarbeit eines Studenten untersuchen lassen, ob und wie eine Rückhaltemöglichkeit für das Oberflächenwasser der Außeneinzugsgebiete geschaffen werden kann.

Die Fraktion der Freien Wähler unterstützte die von der Verwaltung vorgeschlagene Vorgehensweise und bat darum, die für beide Maßnahmen erforderlichen Haushaltsmittel bereitzustellen.

Die weitere Forderung der Freien Wähler aus ihrem Antrag vom 14. Juni, die Einhaltung der ökologischen Komponenten und Festsetzungen des einschlägigen Bebauungsplanes (wasserdurchlässige Befestigungen, Bau von Versicherungsmulden und Retentionszisternen) auf deren Einhaltung zu überprüfen, wurde von der Fraktion zurückgezogen, weil diese Maßnahmen nicht ausgereicht hätten, um das Hochwasserereignis zu vermeiden.


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